was wir noch sagen wollten......

Samstag, 20.09.2025

Der Insider sagt, wenn Du Cornwall zum ersten Mal besuchst und Gärten, Fischerdörfer und gute Erreichbarkeit magst, dann solltest Du Ost-Cornwall ansteuern.
Wenn Du jedoch schon mal dort warst oder, wie wir Beide, auf wildromantische Natur, Künstlerflair und dramatische Küsten stehst, dann ist West-Cornwall genau das Richtige

Unsere Entscheidung, uns auf West-Cornwall zu beschränken, war sicher die richtige Wahl.
Hier ist es wirklich landschaftlich so spektakulär und abwechslungsreich, sodass wir unsere 10 Tage locker mit tollen Erlebnissen füllen konnten, ohne all zu weit fahren zu müssen.

Und mit dem festen Standort in unserem Trowan Higher Cottage bei St Ives hatten wir einen traumhaften Ausgangspunkt mitten im Herzen von West-Cornwall.

Gerne hätten wir uns noch Tintagel, das geheimnisumwitterte Castle von König Artus angeschaut.
Die Burgruine Tintagel Castle liegt auf einer Felseninsel an der westlichen Seite der Küste von Ost-Cornwall in der Nähe des gleichnamigen Dorfes.
Das Castle aus dem 13. Jh. ist berühmt wegen seiner Verbindung zur Artussage als möglicher Geburtsort von König Artus.

Aber aufgrund der widrigen Wetterbedingungen - es war dort oft stürmisch und dann wurde der Zugang gesperrt - sowie der Entfernung von 100 Kilometern bei einer Fahrzeit von etwa 1,5 Stunden Fahrt, verzichteten wir jedoch darauf.
Wir heben uns diesen Besuch für eine weitere Reise nach Cornwall auf.

Auch unser Aufenthalt auf dem Darvell Bruderhof mit unserer Familie und unseren Freunden in dem idyllisch in East Sussex gelegenen Dorf Robertsbridge bot genau die richtige Umgebung, um den Alltag hinter sich zu lassen.
Es war dort eine wertvolle Zeit, um zur Ruhe zu kommen, sich auszutauschen und einfach zusammen zu sein - ohne großen Trubel, aber mit vielen guten Momenten.

Es war schön, das Alles hier in England erlebt und die wunderschöne Landschaft wieder gesehen zu haben.

Wir freuen uns aber nun auch auf Zuhause und wurden von der Fähre sicher und wohlbehalten von Dover nach Dünkirchen gebracht.


Hinsichtlich der Kosten bleibt abschließend anzumerken, dass wir mittlerweile erfahrene Inselfähren-Nutzer sind und der Sammeldienst für Fährreisen Direct Ferries, bzw. die Reederei DFDS uns eigentlich Rabatt geben müsste, da wir diese schon sehr oft nutzten. 😝

England ist als Reiseland insgesamt teurer als Deutschland, vor allem beim Wohnen und Essen gehen.
Die allgemeinen Lebenshaltungskosten sind hier unserer Erfahrung nach schon höher als in Deutschland.

Die Treibstoffpreise in England sind gegenüber den deutschen Verhältnissen allerdings oftmals günstiger - wir zahlten auch schon mal nur 1,30 GBP ‎ = 1,49 EUR für einen Liter Superbenzin.

Im Verhältnis zum Sprit ist, wie bereits erwähnt, das Parken sehr teuer.

Der Mini Cooper war ein super Partner, auch wenn wir ihn leider nur selten als Cabrio offen fahren konnten.
Der Wagen cruiste souverän und wendig durch die, teilweise sehr engen, Straßen Englands - die besonders in Cornwall oft eine Herausforderung sind.

Die Tour in unser Reiseland England hat wieder bleibende Erinnerungen sowie schöne Momente hinterlassen und die Vertrautheit und Begeisterung, die wir immer wieder beim Besuchen dieser schönen Insel empfinden, berührte uns von Neuem.

Am Donnerstag, 18. September erreichten wir um 22:15 Uhr wohlbehalten und glücklich nach insgesamt 3.020 Kilometern Fahrstrecke - davon etwa 2.000 Kilometer auf der linken Seite - unser Zuhause.

 

Viertausenfünfhundert Jahre zurück

Donnerstag, 18.09.2025

Unsere Koffer packten wir bereits am Dienstag Abend und bereiteten alles für den Start am nächsten Tag vor.
Der Besuch von Stonehenge war auf dem Rückweg geplant - die Tickets im Slot für 13:30 Uhr online gebucht. Ebenfalls das Hotel für unsere letzte Nacht in England.
Alles perfekt - der gemütliche Abend konnte beginnen.

Bei einem Gläschen Wein und einem Film auf dem Tablet ließen wir unseren letzten Abend im Higher Trowan Cottage ausklingen.

 

Gestern, am Mittwoch 17. September besuchten wir - nach einer etwa 3 1/2 stündigen Fahrt und
einer Strecke von 320 Kilometern - Stonehenge nahe der Stadt Salisbury in Südengland, das berühmte prähistorische Steinkreis-Monument und waren sehr beeindruckt.

Stonehenge wurde an seinem Standort auf der Salisbury Plain gebaut - und das vermutlich aus einer Kombination von praktischen, symbolischen und möglicherweise religiösen Gründen.

Obwohl es keine endgültige Antwort gibt, warum genau dieser Ort gewählt wurde, gibt es mehrere für Archäologen nachvollziehbare Erklärungen, die durch archäologische Funde und geografische Gegebenheiten gestützt werden.
Die Menschen haben vor etwa 4.500 Jahren Unglaubliches geleistet - und das mit einfachen Werkzeugen, sehr viel ausgefeilter Planung, Zusammenarbeit und großer Ausdauer.

solche Steine wurden bewegt - sie sind bis zu 30 Tonnen schwer und bis 7 m hoch


In der Nähe Stonehenge´s befinden sich einige frühbronzezeitliche überdimensional große Grabhügel, sogenannte Rundhügel. 
Die Menschen, die in diesen Cursus-Rundhügeln, bestattet wurden, lebten allerdings mehrere Hundert Jahre nachdem die Steine von Stonehenge errichtet wordern waren.


Die Nacht haben wir im Bourne Valley Inn, einem typisch britischen Gasthof in St. Mary Bourne, einem Vorort von Andover, verbracht.
Unser letztes Dinner in England liessen wir uns schmecken und heute am Donnerstag, 18. September geht es weiter zu Fähre nach Dover.

Auf der Speisekarte des Bourne Valley Inn fanden wir am Abend vorab zum „Appetit holen“ traditionelle Pub-Gerichte aus - wie beschrieben - erlesenen saisonalen und regionalen Produkten sowie angeblich den besten Sonntagsbraten der Region.
Hinter der Bar soll eine tolle Auswahl an Fassbier und Craft-Bier, dazu sogar lokalem Apfelwein 🤔und eine große Auswahl an Weinen zu finden sein.


Wir wollten uns überraschen lassen und es hat uns gut geschmeckt...

Heute geht es zurück. 

Wir nehmen Abschied

Mittwoch, 17.09.2025

Am Sonntag, den 16. Septemer, ließen wir es an unserem letzten Tag in Cornwall langsam angehen.

Nachmittags schlenderten wir zum Abschied noch einmal durch die Altstadt von St. Ives, kamen am Hafen vorbei und genossen bei einem Drink den Blick auf die Carbis Bay.

Es war schön hier - wir kommen bestimmt wieder.

Heute wird es richtig stürmisch...

Dienstag, 16.09.2025

Wenn wir gewusst hätten, was uns heute am Montag, 15. September erwartet, hätten wir gestern nicht „vom Wind um unser Cottage“ gesprochen oder ihn zumindest anders empfunden.
Denn bei unserem heutigen Ausflug in den Süd-Osten Cornwalls blies uns der Wind wirklich so stark um die Ohren, sodass wir sogar beim Laufen Schwierigkeiten hatten.

Unser Ziel war die, etwa 45 Kilometer entfernte Halbinsel The Lizard.
Das dortige kleine Dorf selbst wird einfach „Lizard“ genannt, aber um Verwechslungen mit dem Tier (Echse heißt „lizard“ auf Englisch) zu vermeiden, wird das Dorf „The Lizard Village“ genannt.

Auf dieser Halbinsel liegt an deren Ende der Lizard Point, der südlichste Punkt Cornwalls. Der Lizard Point ist somit auch der südlichste Punkt des britischen Festlands, wo der atlantische Ozean auf den Ärmelkanal trifft.

Die Küste um The Lizard ist auch als Heritage Coast anerkannt. Diese so genannten Küsten zeichnen sich durch dramatische Klippen, wilde Landschaften, einzigartige Geologie, bedeutende Seefahrts- und Bergbaugeschichte und eine bemerkenswerte Tierwelt aus.

Lizard Point

 

Die Gegend ist aufgrund ihrer tosenden Brandung auch berühmt berüchtigt für ihre historischen Schiffswracks, deren Schiffe dort an den Klippen gesunken sind.

Die Küste bot uns Beiden auf unserer etwa 9 Kilometer langen Wanderung von The Lizard Village zum Lizard Point und weiter in die Bucht Kynance Cove und wieder zurück zu unserem Auto, eine wilde Landschaft mit atemberaubender Küste, sehr hohen Wellen, extremer Brandung und einer Luft die, teilweise durch die aufgewirbelte Gischt, feucht wie Regen war.

Unser Wanderweg führte uns über holprige, steinige Wege -  es mussten auch Mauern überstiegen werden.

Dies hatten wir in dieser Art noch nicht gesehen und waren beeindruckt. Kaum zu beurteilen war stellenweise, ob das Wasser, was von oben auf uns herab regnete vom Regen aus blauem Himmel kam oder vom aufgewühlten Meerwasser stammte.

Höchst interessant und beeindruckend war auch, wenn sich das aufgewühlte Meerwasser mit der Luft vermischt - besonders an einer wohl exponierten felsigen Stelle unserer Küsten-Wanderung - und durch den Wellenschlag ein weißer, manchmal auch bräunlich gefärbter Schaum entstand.

Im Internet war nachzulesen, dass dieser Schaum aus organischem Material (z. B. Algenreste, Plankton, Salze) besteht, das durch die Bewegung des Meeres aufgeschäumt wird. Wenn das Wasser besonders reich an organischen Stoffen ist, kann der Schaum dichter und langlebiger sein.

Auf alle Fälle wirkte der Schaum auf uns wie Badeschaum, der in großen Schaumflocken durch den Wind umhergetrieben wurde. Dort wo die Wellen auf die Felsen trafen, bildete sich ein dichter Schaum, der aussah wie ausgeschüttete Seifenlauge. Man hatte fast den Eindruck, sich hineinlegen zu können.

 

.... unser Ziel Kynance Cove...

 

Obwohl wir Beide nicht zu den Leichtgewichten gehören, hatten wir teilweise echt Schwierigkeiten, gegen den starken Wind anzukämpfen und auf den Beinen zu bleiben.
Der Wind fegte wohl mit einer Geschwindigkeit von 75 km/h über die Landschaft, was einer Windstärke 9 gleichkommt und in der Beaufort-Skala als „stürmischer Wind“ bezeichnet wird.

Erwähnenswert ist auch, dass die Lizard- Halbinsel für ihre seltene Flora, wie z.B. die seltene kornische Heide und das endemische, zweiköpfige Klee, bekannt ist. Zu den bemerkenswerten Tieren gehören neben Insekten wie Libellen, Schmetterlinge auch der nun seit etwa 20 Jahren wieder zurückgekehrte Eisvogel, der ein Symbol für die reiche Vogelwelt der Region ist.
Aufgrund des wärmeren Klimas im Vergleich zum Rest Großbritanniens, sind hier auch verschiedene Amphibien wie Frösche, Eidechsen und seltener auch Schlangen zu sehen.

Wir hatten offenbar Glück......Sylvia hat eine Schlange - Kreuzotter - entdeckt.... 

Wieder am Lizard Point angekommen stärkten wir uns mit Kaffee und Scones bzw. leckerem Kuchen, traten sichtlich zufrieden den Rückweg nach The Lizard Village zu unserem Auto an und machten uns auf den Heimweg zurück in unser Cottage.

Ermüdet von der anstrengenden Wanderung gegen den Wind und der teilweise unwegsamen Wegstrecke, erreichen wir schließlich das Cottage. 
Der Tag hat seine Spuren hinterlassen, doch nun freuen wir uns auf einen entspannten Abend, vielleicht mit dem Genuss eines - oder auch zweier - Gläser englischen Bieres oder eines Weins, um die eingefangenen Eindrücke ausklingen zu lassen.

 

Der Wind um´s Cottage lässt uns drinnen Verweilen

Montag, 15.09.2025

Am Sonntag hat Cornwall seine besonders wilde Seite gezeigt - mit Wind, Regen und tief hängenden Wolken.
Schon seit dem Morgen mischte sich das Rauschen des Windes mit dem Prasseln des Regens aufs Dach unseres kleinen Cottages.

Statt loszuziehen, haben wir den Tag einfach drinnen verbracht: Frühstück mit warmem Kaffee, den Schlafanzug behielten wir an.

Durch die Scheiben sah alles ein bisschen weicher und freundlicher aus - die sattgrünen Wiesen lagen feucht in leichtem Nebel, der Regen auf den Fensterscheiben.

Statt raus zu gehen, haben wir uns einen Netflix-Spielfilm auf dem Tablet angeschaut und bei Kaffee und Kuchen die Behaglichkeit unseres Cottages genossen. Der Film wurde in Irland gedreht, dessen Landschaft der rauen Küste Cornwalls - ebenfalls mit spektakulären Küsten, Klippen, Buchten und grünen Hügeln - ähnlich ist.

Ein Regentag, wie er hier irgendwie dazugehört.

Gegen Abend klarte es wieder auf und die Sonne zeigte sich am fast wolkenlosen blauen Himmel.......

Chillen und dann zum Wandern an den Strand

Sonntag, 14.09.2025

Am Samstag, den 14. September faulenzten wir den Vormittag über in unserem Cottage, frühstückten spät und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit.
Am frühen Nachmittag machten wir uns auf zum südöstlich von St Ives gelegenen Strand Carbis Bay. Dieser sehr schöne helle Strand hat aber nur eine Länge von etwa 800 m bis zur nächsten unüberwindbaren Klippe.

Da wir jedoch auf Strandlaufen aus waren, fuhren wir zum nächsten Strand, dem Porthkidney Beach, der in den Hayle Beach übergeht
Dieser sehr breite ebenfalls helle Strandanschnitt zieht sich etwa 6 Kilometer die Küste entlang - der ideale Ort zum Laufen am Meer. Allerdings bewahrheitete sich auch hier der Spruch "nach Sonne kommt Regen" und umgekehrt....

Den frühen Abend verbrachten wir abschließend in St Ives, spazierten durch den Ort zum Hafen und aßen in einem alten Pub, dem The Sloop Inn, zu Abend.
Das Sloop Inn ist ein Gasthaus am Kai in St. Ives. Es ist eines der ältesten Gasthäuser in Cornwall und stammt aus der Zeit um 1312, obwohl das heutige Gebäude erst im 17. oder 18. Jahrhundert erbaut wurde.

Auf einer Bank an der Kaimauer genossen wir danach die Abendsonne am Hafen und schauten dem Treiben der Möwen zu.

Die untergehende Sonne hüllte den Hafen, in den allmählich die Flut des Atlantik einkehrte und die dort liegenden Boote wieder zum Schwimmen brachte, in ein schönes Licht.

Am Hafen wird es allmählich unangenehm kühl, der Wind weht durch durch die Gassen und wir machen uns auf den Heimweg in unser Cottage. 

... ein außergewöhnlicher Theaterbesuch

Samstag, 13.09.2025

Gestern am Freitag, 12. September besuchten wir das Minack Theatre bei Porthcurno an der Westküste Cornwalls.
Die entsprechenden Eintrittskarten dazu hatten wir vorab am Morgen online gebucht. Es wurde uns dazu ein Zeitslot von 1,5 Stunden eingeräumt - diese Slots sind dort üblich, um zum einen den Besucherandrang zu steuern und zum anderen freie Zeit für die dort stattfindenden Aufführungen, die teilweise auch Nachmittags stattfinden, bereitzuhalten.
Wir hatten für 12:00 Uhr gebucht. Da wir aber schon gegen 11:30 Uhr dort ankamen, durften wir bereits auf das Gelände und hatten somit gut zwei Stunden Zeit zur Verfügung.

Die Gründerin dieses Freiluft- Theaters Rowena Cade, wuchs in einer vornehmen Familie aus der Zeit Edwards VII. auf. Sie wurde bereits in den 1920-er Jahren als junge Frau (sie wurde 1893 geboren und verstarb 1983) inspiriert, eine Felswand in Cornwall in eine Freiluftarena zu verwandeln. 
Sie erbaute das jetzige Theater 1931–1932 mit Hilfe ihres Gärtners Billy Rawlings selbst, nahezu nur mit den Händen.

Hinsichtlich der Fertigstellung in heutiger Form existiert keine feste Jahreszahl. Weitgehend abgeschlossen wurde das Projekt zwischen den 1950ern und 1970ern Jahren - unter kontinuierlicher Weiterentwicklung durch Rowena Cade.

 

 

vom Theater aus kann man den Porthcurno-Beach sehen

 

Im Jahre 1932 fand dort die erste Aufführung, Der Sturm von Shakespeare, statt.
Heute fasst das Theater etwa 750 Sitzplätze, deren Rückenlehnen teilweise durch eingemeisselte Jahreszahlen und deren jeweiliger Aufführungen beschriftet sind.

auch in unseren Geburtsjahren fanden Aufführungen statt

 

Wähernd unseres Besuches des Theaters machte der Theaterveranstalter einen Soundcheck mit einem uns unbekannten Musiker. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um den amerikanischen Bluesmusiker Seasick Steve. Wir hatten somit die Gelegenheit, einige seiner Lieder mit eigener Gitarrenbegleitung zu hören, während der Soundcheck gemacht wurde - das war ein schöner akustischer Leckerbissen in atemberaubender Kulisse.

 

Nach einem Kaffee und einem Stück Kuchen in der Theater Cafeteria oberhalb der Klippen mit schönem Ausblick ging es für uns weiter nach Porthgwarra Cove, was etwa 5 Kilometer entfernt, ebenfalls an der Küste liegt. 

Dieser Ort kann lediglich über eine sehr schmale Straße über den Ort Polgigga (hört sich eher nicht englisch an) befahren werden. Das Sträßchen endet an einem kleinen Parkplatz direkt an der Küste.


Die beiden Tunnels, die wir an der felsigen Bucht entdeckten, dienen zum einen um den Bauern den Zugang zum Strand zu ermöglichen, um Seetang als Dünger zu sammeln und zum anderen, um den den Fischern den Zugang zu der gezeitenabhängigen Bucht zu erleichtern.

 

Dort machten wir es uns auf den Felsen bequem und schauten auf‘s Meer hinaus. Etwa 150 m von dort entfernt lugten ab und zu die Köpfe von Robben aus dem Wasser heraus - es schien so, als würden die Tiere uns beobachten.

Der Regen vertrieb uns allerdings von unserem Beobachtungsplatz nach einer guten halben Stunde und wir steuerten unser Gefährt in nördlicher Richtung. Auf dem angesteuerten Nachhauseweg machten wir einen kurzen Halt in Sennen Cove.

Sennen Cove ist ein kleines Dorf in der Gemeinde Sennen, liegt direkt am Atlantik und überblickt das südliche Ende der Whitesand Bay. Der breite, etwa 1,5 Kilometer lange Strand lädt zum Spazierengehen ein - aufgrund der starken Brandungswellen ist es auch ein beliebtes Surferrevier.

Wir spazierten bei Sonnenschein vom Hafen aus am Strand entlang, bis uns ein heftiger Regenschauer in ein nettes Imbissbistro spülte und wir uns wirklich sehr gute, frisch zubereitete, Fish & Chips in einer Pappschachtel mit einem Holzspiesschen und den Fingern schmecken ließen.
Es war einfach nur lecker.

Danach traten wir die etwa 45-minütige Heimfahrt, sogar mit offenem Dach, an. Unser Cruisen wurde lediglich etwas durch eine heimwärts ziehende Herde von Milchkühen, die uns mitten auf der Straße entgegenkam, gehemmt.

Auch das ist Cornwall.

 

Heute eine Küstenrundfahrt

Freitag, 12.09.2025

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 11. September war der Strom in unser Cottage zurückgekommen und auch die Wasserversorgung funktionierte wieder. Die Techniker hatten wohl ganze Arbeit geleistet und unseren abgeschiedenen Weiler wieder an die Zivilisation angebunden.

Der wunderschöne Sonnenaufgang schien uns zu einem schönen Tag einzuladen.

Heute hatten wir uns vorgenommen, eine Küstentour zu unternehmen.

Von Trowan fuhren wir durch „ein Mauseloch“ am Atlantik entlang. Das es sich hier nicht um ein Mauseloch handelt, könnt Ihr Euch vorstellen. Es handelt sich vielmehr um das zwölf Kilometer von Trowan entfernt liegende 850 Seelen zählende Fischerdorf Mousehole.

Die Fahrt führte uns auf kleinen Sträßchen weiter in Richtung Porthcurno. Dieses hübsche Stück Küste, mit einem angeblich wunderbaren Sandstrand, sollte sehenswert sein.

Auf dem Weg dort hin fiel uns am Straßenrand links das Schild Lamorna Cove auf. Zunächst fuhren wir vorbei, wendeten aber dennoch, um die als sehr eng beschriebene Straße hineinzufahren. Und sie war in der Tat eng - die Autos passten kaum aneinander vorbei

Ob sich der Umweg lohnte?

Seht selbst…

Nach Kaffee und einem Stück Kuchen in der Sonne machten wir uns auf den Weg weiter zum Strand von Porthcurno. Und es wurde uns nicht zu viel versprochen. Der Strand war atemberaubend schön, die Sonne lachte und der blaue Himmel tat sein Übriges.

 

Herrlich zum Sitzen im Sand, angelehnt an einen Felsen, ließen wir es uns gut gehen - bis der Regen kam. Dunkle Wolken hatten ihn bereits angekündigt und los ging es. Von oben kam der Regen und wir sahen zu, dass wir fort kamen… zum parkenden Auto. Kaum dort angekommen, klarte es auch schon wieder auf und wurde sonnig.

Auf Wiedersehen Porthcurno. Wir kommen wieder.

Den Abschluss oder die Fortsetzung des schönen Tages wollten wir am Ende England‘s machen. Land’s End ist der westlichste und äußerste Punkt des britischen Festlands und liegt am Ende von Cornwall.

Es ist ein ikonischer Ort - quasi ein symbolisches Ende der Welt - mit einer Mischung aus spektakulärer Natur, schroffer Küstenlandschaft und dennoch touristischem Flair. Die Vegetation ist geprägt von robusten Küstenpflanzen wie Heidekraut, Grasnelken und Ginster, die dem rauen Atlantikklima trotzen.

An den Klippen nisten zahlreiche Seevögel wie Basstölpel, Möwen und Krähenscharben. Während unseres Spazierganges machte es Freude, die in der Luft schwebenden Vögel, getragen vom Wind, zu beobachten.

In den umliegenden Gewässern sollen häufig Delfine, Robben und gelegentlich auch Wale zu beobachten sein - dieses Erlebnis wurde uns allerdings nicht geschenkt.

Nachdem es während unseres Rundganges wieder einmal schauerartig regnete, schien sich nun die Sonne wieder durchzusetzen. Obwohl tagsüber meist nicht gerade Cabrio-Wetter herrschte, nutzten wir die wechselhaften Wetterbedingungen (meist zeigte das Außenthermometer unseres Mini 15 bis 17 Grad Celsius im Schatten) aus und fuhren zeitweise auch offen durch die schöne Landschaft.

Regen und Sonne wechseln sich - auch hier - binnen kurzer Zeit ab 


Ein schöner Tag neigte sich dem Ende.

Den Abend verbrachten wir in unserem Cottage und freuten uns, als der Verwalter Sam gegen 18 Uhr mit einem neuen Internet-Router vorbeikam. Auch das war nun erledigt.

Als weiteres Fazit des Tages sei anzumerken: wir geben ausgesprochen viel Geld für Parkgebühren aus. Das Parken ist Dank den Automaten dennoch einfach, entweder mit App oder Bankkarte - Münzen werden in den seltensten Fällen benötigt.

Bleibt wohlauf und seid gegrüsst aus Trowan Higher Cottage

auf den Spuren der Vergangenheit

Donnerstag, 11.09.2025

Gestern, am Mittwoch, 10. September wollten wir uns auf zur Gezeiteninsel St.Michael’s Mount, einem Castle in Marazion an der Küste, 2 km östlich der Hafenstadt Penzance, machen.

Das Wetter hier in Trowan war leider auch am Morgen nicht sehr vielversprechend - es war trüb und regnerisch. So verbrachten wir die ersten Stunden des Tages in unserem gemütlichen Cottage und arbeiteten an unserem Blog. Es war schön, den Tag zuvor im Eden Project auf diese Art noch einmal Revue passieren zu lassen.

Allerdings sagte Sylvia‘s Recherche voraus, dass im etwa 12 Kilometer anvisierten Ziel, dem Ort Marazion, die Sonne scheinen sollte.
Auf dann los.

Je näher wir diesem Teil der Küste, in Richtung Süden kamen, um so besser wurde das Wetter. Die Fahrt führte uns über sehr schmale Nebenstraßen und kleine Orte, in denen selbst die englischen Autofahrer langsam fahren mussten.
Hier zeigte sich wieder einmal, dass die Entscheidung, statt mit dem VW Bulli mit dem kleineren und wendigeren Mini Cooper unterwegs zu sein, die richtige Wahl war.
Nach etwa 20 Minuten Fahrt erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein das Meer und die Küste von Penzance.
Super, Sylvia‘s Wetterprognose passte.

St. Michael’s Mount liegt, um es genau zu sagen, nicht an der Küste sondern vielmehr etwa Fünfhundert Meter vom Ufer Marazion’s entfernt inmitten des atlantischen Ozeans in der Mount‘s Bay.
Ein Damm aus groben Steinen, der bei Flut nicht begangen oder befahren werden kann, führt zum Castle hinaus.

So machten wir uns auf, die Spuren des König Edward - der im 11.Jh. den Benediktinermönchen die Insel schenkte - zu erkunden.

Die Geschichte des Castle’s führt über den Bau einer Kirche im 15. Jh. durch die Benediktiner bis in’s Jahr 1659, in dem Colonel John St Aubyn die Insel erwarb - seine Nachkommen leben noch heute dort.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Schloss ausgebaut und in eine herrschaftliche Residenz umgewandelt.

Eingang und historische Gebäude (der Angestellten und Inselbewohner) unterhalb
der St Michael´s Mount 

Heute wird ein Teil auch noch von den Nachfahren des Colonel bewohnt - ein Teil ist zur Besichtigung für Besucher freigegeben.

hinauf geht´s 

 

 

so sahen die Offiziere im Jahre 1883 aus....

 

Der Tag entwickelte sich gegen Ende unserer Besichtigung binnen Minuten so, wie er begonnen hatte, es zog zu und fing an zu regnen. Allerdings war der Regen so schnell, wie er gekommen
war auch wieder vorbei und die Sonne begann erneut zu scheinen.

Dies nahmen wir als gutes Signal zu einem kleinen Bummel und einem Bier im Pub The Kings Arms
in Marazion....

Gestärkt mit 2 Gläsern Bier für 13 Pfund wechselten wir den Standort, um uns die in der Nähe liegende Hafenstadt Penzance näher anzuschauen - unseres Erachtens nicht zwingend lohnenswert, wenn man von dem Hafen und einigen schönen alten Häusern absieht. Allerdings verschaffte es uns einen Eindruck vom bunten Treiben in der etwa 21.000 Einwohner zählenden Stadt, die den Ruf als - eher schroffer denn malerischer - Fischerort hat.

im Admiral Benbow wurden schon Piraten und Schmuggler im Jahre 1695 bewirtet

 

Zu Hause bereiteten wir uns ein Abendessen und wurden alsbald von einem erneuten - diesmal - noch heftigerem Stromausfall ohne Licht und sogar ohne Wasserversorgung, ganz zu schweigen von dem seit gestern immer noch defekten Internet-Router, heimgesucht.

Der Abend fand somit bei Kerzenschein und Lesen sein Ende - wiederholt wurde uns bewusst, das Trowan Cottage ein abgelegener Weiler ist, dessen Abgeschiedenheit, nicht nur schön sondern auch logistisch eine Herausforderung ist.

gut dass man immer eine Taschenlampe parat hat....

 

 

weiter geht´s - nun bei Regen und Sturm

Mittwoch, 10.09.2025

Der gestrige Dienstag, der 9. September, begann stürmisch und regnerisch. Unser offenes Fenster im Schlafzimmer wurde vom Wind zugeschlagen (in England gehen die Fenster nach außen auf). 
Es schien wirklich recht stürmisch zu sein.

Helmut-Schlaumeier´s Anmerkung:
„Das nach außen öffnende Fensterdesign in England ist eine Kombination aus Klimaanpassung, Platznutzung, Baukultur und Tradition. Es wirkt aus deutscher Sicht manchmal etwas ungewohnt, ist hier aber üblich“.☺️

Draußen um das Haus wurden die Pflanzen und Büsche vom Wind bewegt. Zusammen mit dem Regen passte das Wetter zu einem kuscheligen Morgenstart mit frischem Kaffee, einem Buch und dem Blick nach draußen.
Es werden draußen aktuell 15 Grad Celsius sein - bei (laut Info Internet) gefühlten 7 Grad.
Die eingeschaltete Heizung im Wohnzimmer schafft eine wohlige Wärme.

Mal sehen, was der Tag heute bringt……

Kurzerhand entschlossen wir uns bei diesem eher "urlaubsfernen Wetter" den botanischen Garten Eden Project in der Nähe von St. Austell zu besichtigen. Regen sollte uns dort, da Vieles überdacht sein sollte, nicht unbedingt stören. Von unserem Cottage aus waren dies etwa 80 Kilometer Fahrt, zu absolvieren in etwa 1 Stunde und 10 Minuten.

Gesagt getan....

 

Das Eden Project in Cornwall ist atemberaubend - ein futurisches Tal voller riesiger Biome. Das sind grosse kuppelförmige Gewächshäuser aus wabenförmigen, transparenten Paneelen, die wie Seifenblasen aussehen und die verschiedene Klimazonen und Pflanzenwelten beherbergen.

Vom tropischen Regenwald mit Wasserfällen und üppigem Grün bis zur warmen, trockenen Mittelmeerwelt mit Olivenbäumen und Lavendel. Doch kein Bild kann die wahre Größe, die feuchte Wärme oder das Staunen, das einen dort überkommt, einfangen. Man muss es selbst hautnah erleben, um seine Gewaltigkeit und Schönheit wirklich zu begreifen.

 

Mediterranes Biom

 

 

Regenwald-Biom

Damit Ihr seht, dass wir auch wirklich dort waren, haben wir uns fotografieren lassen:

Die Außenanlage besteht aus großen Gärten mit heimischen und nützlichen Pflanzen, Kunstinstallationen und ökologisch gestalteter Landschaft. Diese Anlagen zeigen, wie Natur, Bildung und Nachhaltigkeit im Freien erlebbar gemacht werden können und den Besucher gefangen halten.

 

Nach dem beeindruckenden Aufenthalt im Eden Project hatten wir noch genügend Zeit, um das nahe gelegene Küstenörtchen Mevagissey zu besuchen. Das waren nur etwa 20 Minuten Fahrt, die uns von der üppigen Pflanzenwelt an den wilden Strand des Fischerdorfes in der Mevagissey-Bucht führen sollte.

 

Mevagissey

Ein verregneter, aber schöner Tag - sogar mit sintflutartigen Wassermassen auf den Strassen und einem nachhaltigen Stromausfall sowie Internetproblemen in unserem Cottage - neigt sich dem Ende zu. 

Das Eden Project hat uns mit seiner beeindruckenden Pflanzenwelt begeistert. Auch das malerische Mevagissey hat uns sehr gefallen - ein echter Küstencharme, selbst im Regen.

Jetzt freuen wir uns auf einen gemütlichen Abend und lassen die Eindrücke nachwirken.